Pressemitteilung – 25.1.2005
Neonazi-Aufmarsch am 8. Mai in Berlin muss verboten werden!
Zum geplanten
Neonazi-Aufmarsch in Berlin erklärt Laura v. Wimmersperg für das "Bündnis zur
Vorbereitung des 8. Mai 2005. - 60. Jahrestag der Befreiung":
Das "Bündnis zur Vorbereitung des 8. Mai 2005. - 60. Jahrestag der Befreiung"
setzt sich aus einem sehr breiten Spektrum zusammen, u. a.: Antifaschistische
Aktion, attac, Berliner Freunde der Völker Russlands, Die Falken, DKP, DRAFD,
Friedensgruppen, Internationale Liga für Menschenrechte, Jusos Berlin,
Künstlerinnen und Künstler gegen Krieg, Marxistischer Arbeitskreis in der SPD,
PDS, Rosa-Luxemburg-Stiftung, ver.di Berlin, VVN-BdA, WASG. Dieses Bündnis und
die in ihm zusammengeschlossenen Organisationen planen mehrere zentrale
Veranstaltungen in Berlin, so am 6. und 7. Mai eine internationale politische
Konferenz zum Thema: "Mai 1945 – Befreiung Europas vom Faschismus und Kriegsende
/ Mai 2005 – neue Bedrohungen, neue Herausforderungen" und am 8. Mai zwei große
Kundgebungen an den sowjetischen Ehrenmalen in Berlin-Treptow und im Tiergarten.
Auf der Internetseite der NPD rufen die Jungen
Nationaldemokraten inzwischen auf zu einer "machtvollen Demonstration (…) der
gesamten nationalen Opposition (…) an geschichtsträchtigen Orten der deutschen
Hauptstadt" unter dem Motto "60 Jahre Befreiungslüge - Schluß mit dem
Schuldkult". Das reiht sich ein in "Auschwitz-Lüge", "Bomben-Holocaust" und
ähnlicher Volksverhetzung, die von dieser Partei oder deren Mitgliedern
betrieben wurde und wird.
Die NPD-Jugend hat ihre Demonstration für den 8. Mai bei der
Polizei angemeldet. Dies dient dem Innensenator von Berlin nun dazu, die
Anmeldung von Aktivitäten unseres "Bündnisses zur Vorbereitung des 8. Mai 2005.
- 60. Jahrestag der Befreiung" nicht abschließend positiv zu bestätigen. Die
Polizei antwortet bis jetzt nur ausweichend: "man würde zeitnah entscheiden". Es
ist ein Skandal, dass der Berliner Senat bis heute nicht eingeschritten ist, um
faschistische Demonstrationen am Wochenende des 8. Mai zu verbieten.
Wir im "Bündnis zur Vorbereitung des 8. Mai 2005. - 60.
Jahrestag der Befreiung" werden uns an Partnerorganisationen, Partnerstädte
Berlins und Parlamente europäischer Länder wenden, mit der Bitte unsere
Bemühungen für ein Verbot dieser Nazi-Demonstration zu
unterstützen.
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Der Schwur von Buchenwald
Ansprache in
französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache auf der
Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945.
Kameraden!
Wir
Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und
seinen Außenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten
51.000 Gefangenen!
51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen,
erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet - abgespritzt -
51.000 Väter, Brüder
- Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische
Mordregime waren,
51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen
an:
Wir leben gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in
ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eines am Leben hielt, dann
war es der Gedanke:
Es kommt der Tag der Rache!
Heute sind wir
frei!
Wir danken der verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets
und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben
erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten
aller Länder, eines Organisatoren und Initiators des Kampfes um eine neue
demokratische, friedsame Welt
F.D. Roosevelt.
Ehre seinem Andenken!
Wir
Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, - Slowaken und Deutsche,
Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer,
Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS,
gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Uns beseelte die
Idee: Unsere Sache ist gerecht - Der Sieg muss unser sein!
Wir führten in
vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und
dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die
Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!
Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des
faschistischen Grauens:
Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch
der
letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!
Die Vernichtung
des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neue Welt
des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten
Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.
Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für
diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:
W I R S C H W Ö
R E N !
http://www.vvn-bda.de/Frankfurt/Inhalt_Buchenwaldschwur.htm